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Der Zweite Weltkrieg war der zweite auf globaler Ebene geführte Krieg sämtlicher Großmächte des
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20. Jahrhunderts und stellt den bislang größten und verheerendsten Konflikt in der Menschheitsgeschichte dar.

Überblick Bearbeiten

Der Krieg, der zwischen den expandierenden Achsenmächten und den Alliierten geführt wurde, prägte das Weltgeschehen nach dem Krieg über die Politik und die Kriegsführung hinaus in den meisten wirtschaftlichen, technologischen, sozialen und kulturellen Zusammenhängen. Die weltanschaulichen Gegensätze und Machtinteressen der zweckverbündeten Sieger mündeten in den Kalten Krieg, in dem sich zwei Staatenblöcke unter der jeweiligen Führung der sich etablierenden Supermächte Sowjetunion und USA gegenüberstanden.

Der Zweite Weltkrieg forderte zirka 55 bis 60 Millionen Menschenleben, wobei die Sowjetunion und China Verluste in zweistelliger Millionenhöhe erlitten. Er war durch eine starke Ideologisierung, häufig mit rassistischen Zügen geprägt. Dies führte zu zahlreichen Kriegsverbrechen und gewaltsamen, zumeist systematischen Übergriffen auf Kriegsgefangene oder Zivilbevölkerung. Dies traf besonders auf diejenigen Gebiete zu, die Deutschland unter dem Nationalsozialismus beziehungsweise das kaiserliche Japan kontrollierte. Viele der dort ansässigen Bevölkerungsgruppen wurden als minderwertig betrachtet. Mit dem nationalsozialistischen Ziel des Lebensraumgewinns und der Blut-und-Boden-Ideologie war auch untrennbar die von Adolf Hitler im Januar 1939 im Falle eines Krieges angedrohte Vernichtung der „jüdischen Rasse“ in Europa verbunden, die sie letztendlich systematisch betrieben: Im sogenannten Holocaust starben allein sechs Millionen Juden. Ungefähr vier Millionen Angehörige anderer Volksgruppen, insbesondere Slawen, wurden Opfer eines ideologisch geprägten Vernichtungskrieges, dem in dessen Endphase auch viele Deutsche zum Opfer fielen.

Vor, während und nach dem Krieg wurden Grenzen in Mittel- und Osteuropa, im Nahen Osten und in anderen Regionen teils mehrfach neu gezogen. Vielfache individuelle Umwälzungen verursachte der Zweite Weltkrieg durch eine millionenfache Entwurzelung in Form von Emigration, kriegsbedingter Flucht und Vertreibung ganzer Bevölkerungsgruppen. Dass die Zivilbevölkerung im Vergleich zum Ersten Weltkrieg noch stärker von den Kampfhandlungen direkt betroffen war, lag abgesehen von der Versorgungslage einerseits an der raschen Weiterentwicklung der Flugzeug- und Rüstungsindustrie, andererseits an der billigenden Inkaufnahme ziviler Opfer durch die Terror-Strategien, in deren Kontext die Kriegsteilnehmer oft neuartige Waffen erstmals einsetzten. Der Zerstörungseffekt der großflächigen Bombardierung ganzer Städte in Europa und Asien mit teils 1000 Bombenflugzeugen wurde schließlich bei den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki mit nur einem Bomber erzielt. Damit demonstrierten die USA noch vor Kriegsende die Macht dieser neuen Massenvernichtungswaffe. Nachdem im Ersten Weltkrieg fast alle kriegsteilnehmenden Staaten in Europa chemische Waffen eingesetzt hatten, verwendete ausschließlich Japan gegen China diese Art der Kriegsführung.

Mehrere zunächst voneinander abgegrenzte Kriegsschauplätze mündeten in den Zweiten Weltkrieg, dessen genauer Beginn daher umstritten ist. Den ersten dieser Kriegsschauplätze schuf Japan im Jahre 1937 mit seiner zweiten Invasion Chinas innerhalb eines halben Jahrhunderts. In Europa begann der Krieg im September 1939 mit den Angriffen des Deutschen Reiches und der Sowjetunion auf Polen, nachdem kurz zuvor im deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt für beide Staaten die Interessengebiete für militärische Expansionen (Polenfeldzug beziehungsweise Winterkrieg in Finnland) abgesteckt worden waren. Großbritannien und Frankreich hatten zuvor Polen diplomatisch unterstützt und gaben auch Kriegserklärungen an das Deutsche Reich ab, griffen jedoch nicht wirksam ein und wandten sich nicht gegen die UdSSR. Auf See kam es jedoch zur mehrjährigen Atlantikschlacht. Da im Winter 1939/40 kein Friedensschluss entstand, dauerte die Pattsituation an Land, der sogenannte „Sitzkrieg“, mehr als ein halbes Jahr an.

Im Frühjahr kam Deutschland mit dem „Unternehmen Weserübung“ einem britischen Zugriff auf Norwegen zuvor. Im anschließenden Westfeldzug wurde Frankreich nach wenigen Wochen geschlagen, der Kern der britischen Armee konnte sich jedoch aus Dünkirchen auf die Insel zurückziehen. Frankreich kollaborierte teilweise nach seiner Kapitulation, aber Großbritannien verteidigte sich in der Luftschlacht um England sowie auf See erfolgreich. Die Versuche Benito Mussolinis, nach dem 1935 eroberten Italienisch-Ostafrika auch im Mittelmeerraum zu expandieren, scheiterten schon im Ansatz, so dass im Frühjahr 1941 deutsche Truppen in Nordafrika eingreifen mussten, und kurz danach auch auf dem Balkan. Dies verzögerte den deutschen Überfall auf die bis dahin verbündete Sowjetunion um mehrere Wochen, Moskau konnte nicht wie geplant vor Wintereinbruch erobert werden. Im Dezember bewirkte der japanische Angriff auf die Vereinigten Staaten sowie die anschließende deutsche Kriegserklärung, dass die USA, die Großbritannien und die UdSSR durch das Leih- und Pachtgesetz schon wirtschaftlich unterstützt hatten, nun auch militärisch mit voller Kraft in den Krieg eingreifen konnten. Durch den Kriegsschauplatz im Pazifikraum bekamen die getrennten Konflikte eine gemeinsame weltpolitische Dimension, die zwei Drittel aller Nationen und drei Viertel der Weltbevölkerung umspannte.

Durch den Seitenwechsel Italiens (1943) schied Mussolini als Machtfaktor aus, dem Suizid Hitlers folgte kurz darauf die Kapitulation der Wehrmacht, die den Krieg in Europa am 8. Mai 1945 beendete. Den Schlusspunkt der Kampfhandlungensetzte am 2. September 1945 die Kapitulation Japans.


Vorgeschichte Bearbeiten

In den Jahren seit 1920 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 erlangte in weiten Teilen Europas der Faschismus beziehungsweise Rechtsextremismus als politische Richtung zunehmend Bedeutung. Benito Mussolini riss mit dem Marsch auf Rom 1922 die Macht in Italien an sich. 1936 griff Italien, das engere Beziehungen zum Deutschen Reich pflegte, Äthiopien an, im April 1939 wurde Albanien annektiert.

In Spanien bekämpften sich von 1936 bis 1939 im Spanischen Bürgerkrieg eine hauptsächlich durch Republikaner, Sozialisten und Kommunisten geführte Volksfrontregierung und Anhänger einer durch General Franco geführten Militärrevolte. Die Sowjetunion und zunächst auch die französische Volksfront lieferten der „Volksfront“ Waffen und Kriegsmaterial, während Italien und Deutschland die Truppen der Nationalisten Francos unterstützen. Die nationalsozialistische Regierung entsandte zu diesem Zweck die Legion Condor, welche insbesondere durch die Bombardierung und Zerstörung Gernikas entscheidend zum Sieg des Franquismus beitrug.

In Deutschland war der Nationalsozialismus seit 1930 zur Massenbewegung herangewachsen. Am 30. Januar 1933 wurde ihr und ihren rechtskonservativen Verbündeten die politische Macht übergeben: Adolf Hitler wurde vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Er bildete aus Nationalsozialisten und Deutschnationaler Volkspartei das Kabinett Hitler. Die Revision der internationalen Ordnung nach dem Versailler Vertrag, bereits ein Ziel früherer deutscher Regierungen, gehörte zum Programm der Nationalsozialisten und ihrer Verbündeten. Mit der 1935 vollzogenen Wiedervereinigung des Saargebietes mit dem Deutschen Reich, dem Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland 1936, dem „Anschluss“ Österreichs und der Abtrennung des Sudetenlandes von der Tschechoslowakei im Münchner Abkommen 1938 wurden die ersten beiden Ziele weitgehend erfüllt. Begünstigt wurde dies durch die britische und französische Appeasement-Politik, die auf eine friedliche Verständigung mit dem nationalsozialistischen Deutschland abzielte. Selbst nach dem Einmarsch in die so genannte Rest-Tschechei im März 1939 gab es lediglich Proteste auf britischer und französischer Seite. Kurz darauf gab Litauen unter dem Druck der Verhältnisse das Memelland an Deutschland zurück, die Slowakei wurde ein eigener Staat und durch einen Schutzvertrag eng an Deutschland gebunden. Großbritannien und Frankreich wollten das deutsche Expansionsstreben eingrenzen und gaben Polen eine Garantieerklärung ab, die kurze Zeit später in ein förmliches Bündnis umgewandelt wurde.Im August 1939 schlossen Deutschland und die Sowjetunion überraschend einen Nichtangriffspakt, später „Hitler-Stalin-Pakt“ genannt. In einem geheimen Zusatzprotokoll des Paktes wurde die Aufteilung Europas in geographisch genau bezeichnete, aber ansonsten nicht näher definierte „Interessensphären“ beschlossen. Dies lief letztlich auf die Aufteilung Polens zwischen Deutschland und der Sowjetunion sowie die einseitige Eroberung und Besetzung weiterer Gebiete (unter anderem der baltischen Staaten und Finnlands) sowie weiter Teile Rumäniens durch die UdSSR hinaus.

Die japanische Expansionspolitik begann in den 1930er Jahren, als der Einfluss der militärischen Führung auf die kaiserliche Regierung immer stärker wurde. Japan verstand sich als Schutz- und Ordnungsmacht, die dazu auserkoren war, die anderen ostasiatischen Völker zu beherrschen. Die Rohstoffvorkommen und das Reservoir an Arbeitskräften, das die Nachbarländer boten, sollten der japanischen Wirtschaft zugute kommen. Das Hauptinteresse galt zunächst der Republik China, deren stark industrialisierte Region Mandschurei bereits 1931 annektiert und zum Protektorat Mandschukuo erklärt wurde. Als Reaktion auf die internationalen Proteste trat Japan 1933 aus dem Völkerbund aus. Ende 1936 schlossen Deutschland und Japan den Antikominternpakt. Mitte 1937 begann Japan den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg.


Wichtige Schlachten Bearbeiten

Atlantikschlacht Bearbeiten

Am 14. Oktober 1939 gelang es U 47 mit Kapitänleutnant Günther Prien, in die Bucht von Scapa Flow, dem Hauptstützpunkt der Home Fleet der britischen Marine einzudringen und das Kriegsschiff HMS Royal Oak mit 1400 Mann Besatzung zu versenken. Das war zwar vorerst nur ein Propagandaschlag, geplant durch Kommodore Karl Dönitz, aber der Beginn des U-Boot-Kriegs. Fanden bis zur Mitte des Jahres 1940 hauptsächlich Aktionen durch einzelne U-Boote statt, konnten nach der Eroberung Frankreichs an der Biskaya in Brest, Lorient, Saint-Nazaire und La Rochelle vorerst provisorische U-Bootstützpunkte errichtet werden. Die U-Boote konnten dank dieser neuen Häfen wesentlich schneller die Operationsgebiete auf den westlichen Zufahrtswegen zum Ärmelkanal erreichen. Die alliierten Konvois waren aus Mangel an Geleitschiffen nur schwach gesichert. Außerdem setzten die U-Boot-Kommandanten die neue Taktik eines nächtlichen Überwasserangriffs ein, der die nur Unterwasserziele ortenden alliierten Sonargeräte (ASDIC) wirkungslos werden ließ.
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Die USS Iowa beim feuern

Die jetzt folgenden Siege der deutschen U-Boot-Waffe wurden von der nationalsozialistischen Propaganda bis ins letzte ausgeschlachtet und viele Kommandanten zu Helden hochstilisiert. 1940 gingen ungefähr 4,5 Millionen BRT Schiffsraum bei den Alliierten verloren und 1941 ca. 4 Millionen BRT.Um den Druck auf die britischen Nachschubtransporte zu erhöhen und um den U-Boot-Krieg zu unterstützen, lief im Mai 1941 ein Geschwader aus Gotenhafen mit Ziel Atlantik aus. Es bestand aus dem gerade erst in Dienst gestellten Schlachtschiff Bismarck, dem sich ebenfalls erst wenige Monate im Dienst befindenden Schweren Kreuzer Prinz Eugen und einigen Zerstörern. Die Aktion bekam den Decknamen Unternehmen Rheinübung, führte zum Untergang des britischen Schlachtkreuzers HMS Hood und endete mit der Versenkung der Bismarck am 27. Mai.Nach dem Eintritt der USA in den Krieg und der Bindung großer amerikanischer Kräfte im Pazifik entsandte Admiral Dönitz Langstrecken-U-Boote zum Unternehmen Paukenschlag nach Amerika, wo sie in den ersten Januartagen 1942 eintrafen. Die zunächst schlecht organisierte US-Küstenverteidigung stand den Angriffen auf die Handelsschifffahrt hilflos gegenüber. Als die Verteidigung im Frühjahr zunahm, weiteten die U-Boote ihr Einsatzgebiet in die Karibik und den Südatlantik aus. Kürzer reichende Boote operierten zur gleichen Zeit im Nordatlantik in Rudeln und konnten so den Druck auf die Konvois aufrechterhalten. Es kam im Laufe des Jahres zu mehreren großen Geleitzugschlachten. Im Herbst 1942 steigerten sich die Erfolge der U-Boote noch weiter, da die Geleitkräfte für die Sicherung in Nordafrika benötigt wurden. 1942 wurden über 8 Millionen BRT Schiffsraum versenkt.

Ende 1942 gelang es den Alliierten, den Code der deutschen Enigma-Verschlüsselungsmaschine zu brechen. Im Mai 1943 konnten sie ihre Luftüberlegenheit und ihre Geleitkräfte in vollem Maße nutzen, sodass in diesem Monat 43 deutsche U-Boote versenkt wurden. Dönitz stellte daraufhin den U-Boot-Krieg vorübergehend ein und ließ die U-Boote zurückrufen. Die Schlacht im Atlantik hatte sich somit endgültig gewendet.

Mit der Invasion in Frankreich im Juni 1944 wurden bald auch die deutschen U-Bootstützpunkte an der französischen Atlantikküste überrannt. Die U-Boote wurden in die Nord- und Ostsee sowie nach Norwegen zurückgedrängt und operierten nun mehr vor der englischen Küste. Bei Bekanntwerden der Kapitulation wurde am 4. Mai 1945 die Operation Regenbogen gestartet: Obwohl Dönitz’ Befehl an diesem Tage lautete, alle Schiffe zu übergeben, wurden die meisten in den Häfen liegenden U-Boote versenkt. Die U-Boote, die noch im Einsatz waren, liefen nach dem 8. Mai englische oder amerikanische Häfen an.

Weitere wichtige Schlachten folgen... Bearbeiten

Kriegsverbrechen Bearbeiten

Im Kriegsverlauf wurden nach entsprechenden Befehlen von deutschen Truppen zahlreiche Kriegsverbrechen an Juden, Sinti und Roma und an als „Untermenschen“ betrachteten Osteuropäer verübt. Die Leningrader Blockade verursachte mehr als eine Million Opfern. In deutschen Sammellagern starben über drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene; die Wehrmacht ließ sie gezielt verhungern, sie wurden ermordet oder starben an Krankheiten, Misshandlungen und bei der Zwangsarbeit.

Der Roten Armee wird vorgeworfen, in den von ihr eroberten Ländern Osteuropas Kriegsverbrechen begangen zu haben. Die Zahl der Vergewaltigungen durch die Soldaten der Roten Armee und deren Verbündete wird europaweit auf vier Millionen Frauen geschätzt, davon 1,9 bis 2 Millionen vergewaltigte Frauen in Deutschland (mit 240 000 Todesfällen in deren Folge) während des Vormarsches der Roten Armee gegen Kriegsende.Japan ging insbesondere gegen Chinesen mit großer Brutalität vor. Dabei kam es zu Kriegsverbrechen japanischer Soldaten in China (Massaker von Nanking sowie grausame medizinische Experimente an Gefangenen). Nach chinesischen Angaben sollen zwischen 5 und 10 Millionen chinesische Zivilisten getötet worden sein. Die Bombardierung Shanghais 1937 setzt den Auftakt des japanischen Eroberungsfeldzuges durch Südostasien. Er kostete bis 1945 insgesamt etwa 20 Millionen Menschen das Leben. Die Einheit 731 führte in Lagern grausame Experimente an Gefangenen durch. Es sind japanische Menschenversuche mit biologischen Krankheitserregern an Chinesen bekannt geworden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden einige hochgestellte deutsche Kriegsverbrecher in den Nürnberger Prozessen verurteilt und zahlreiche Personen aus der nationalsozialistischen Führung, Ärzte, Juristen und führende Personen aus der Wirtschaft und dem Oberkommando der Wehrmacht verurteilt. Dabei mussten sich erstmals in der Geschichte Politiker, Militärs und andere Verantwortungsträger persönlich für das Planen und Führen eines Angriffskrieges und für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Diese Prozesse gelten heute als Grundlage für das moderne Völkerstrafrecht, wurden jedoch in der Nachkriegszeit von vielen deutschen Politikern als Siegerjustiz kritisiert. Die Mehrheit der Kriegsverbrecher aus den Einheiten der Waffen-SS und der Wehrmacht wurde nie vor Gericht gestellt.

Japanische Hauptkriegsverbrecher wurden vom International Military Tribunal for the Far East in den Tokioter Prozessen abgeurteilt.


Verbrechen im Hinterland Bearbeiten

Die Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Minderheit war ein integraler Bestandteil der
Bundesarchiv Bild 183-35011-0004, KZ Buchenwald, Leichen von Häftlingen-1-.jpg

Hunderte tote aus dem KZ Berlin

nationalsozialistischen Politik. In zeitlicher Übereinstimmung mit der Ausweitung des Krieges durch den Überfall auf die Sowjetunion radikalisierte sich die Haltung gegenüber der Minderheit zur Vernichtungspolitik. Im von der Wehrmacht geschützten Hinterland im Osten führten die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD, Polizeireserveeinheiten und Wehrmachtseinheiten flächendeckende Massentötungen von Juden und Roma durch.Der „Kommissarbefehl“ veranlasste vor allem Wehrmachtseinheiten zur systematischen Tötung kriegsgefangener Rotarmisten mit tatsächlicher oder angenommener politischer Funktion. Bis Ende 1941 wurde so über eine halbe Million Menschen ermordet, neunzig Prozent davon waren Juden. Die deutsche Militärverwaltung tolerierte diese Verbrechen, an vielen Orten unterstützten Wehrmachtseinheiten logistisch die Einsatzgruppen. So sicherten Einheiten der Wehrmacht beispielsweise die Stadt Kiew und halfen den SS-Einheiten dadurch, in der nahegelegenen Schlucht Babi Jar innerhalb von zwei Wochen über 50 000 Juden zu erschießen. Es entstanden Vernichtungslager im besetzten Polen, von denen das KZ Auschwitz-Birkenau das größte war, in die aus allen Teilen des nationalsozialistisch besetzten Europa Menschen zu ihrer Vernichtung deportiert wurden. In dem Maße, in dem die Rote Armee auf ihrem Weg nach Westen erfolgreich war, konnten die überlebenden Lagerinsassen befreit werden. In einigen Ländern, wie z. B. Dänemark, wo es zur Rettung der dänischen Juden kam, widersetzten sich die Regierung oder die Bevölkerung der Deportation und Ermordung.

Von der nationalsozialistischen Machtergreifung bis zum Kriegsende wurden etwa 6 Millionen Juden ermordet. Der Vernichtungspolitik fielen insgesamt über 10 Millionen Menschen zum Opfer. Die Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 ist in der Bundesrepublik Deutschland offizieller Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Bombadierungen Bearbeiten

Während sich der Luftkrieg in den ersten Monaten noch gegen ausschließlich militärische Ziele wie Panzer, Schiffe und auf das Erringen der Lufthoheit richtete, radikalisierte sich das Klima Anfang September 1940, als die deutsche Luftwaffe einen ersten Angriff auf eine britische Stadt (London) flog („The Blitz“). Gleichzeitig griff die Royal Air Force seit Mai 1940 nadelstichartig deutsche Städte an.
Bundesarchiv Bild 146-1970-050-31, Berlin, Opfer eines Luftangriffes-1-.jpg

Opfer einer bombardierung in Berlin

Da konzentrierte Bomberangriffe, bestehend aus wenigen Maschinen, hohe Verlustquoten aufwiesen und ihr Ziel meistens verfehlten, gingen die Alliierten ab Mitte 1942 dazu über, große Bomberpulks nach Deutschland zu schicken, um großflächig Städte zu zerstören. Ziel war es, sowohl Militär und Industrie zu vernichten als auch die Moral der Bevölkerung zu brechen. Vorwiegend konzentrierte sich die USAAF bei Tagangriffen auf strategische Ziele, die RAF bei Nachtangriffen auf die Städte. Großstädte wie Köln und zahlreiche Städte des Ruhrgebiets, aber auch Hamburg, Braunschweig, Heilbronn, Magdeburg, Pforzheim, Schweinfurt und Würzburg wurden großflächig zerstört, wobei Zehntausende getötet wurden. Ab 1944 verschob sich die Luftüberlegenheit derart auf alliierte Seite, dass beinahe täglich Bomberschwärme mit über 1000 Maschinen das Reich angreifen konnten. In den letzten Kriegsmonaten wurden täglich ca. 3000 Tonnen Bomben abgeworfen (USAAF/RAF ca. 1/1). Winston Churchill stellte die flächigen Bombardements der eigenen Luftwaffe auf deutsche Städte nach den Luftangriffen auf Dresden in Frage und sparte das britische Bomber Command bei künftigen Würdigungen strikt aus.

Am 9. März 1945 flogen amerikanische Bomber einen der verheerendsten Luftangriffe auf Tokio. Ganze Stadtteile mit in traditioneller Holzbauweise errichteten Gebäuden verbrannten durch Feuerstürme, über 100 000 Menschen starben.

Zivilbevölkerung Bearbeiten

Die Sowjetunion hatte von allen beteiligten Staaten die meisten zivilen Opfer zu beklagen. Am Beispiel der Stadt Leningrad lassen sich die Ausmaße des millionenfachen Hungertodes exemplarisch verdeutlichen. Nachdem Leningrad von deutschen Truppen eingekesselt wurde, konnte die Bevölkerung nicht mehr ausreichend versorgt werden. Insgesamt starben in der Leningrader Blockade ungefähr 470 000 Menschen (andere Schätzungen nennen 700 000, 1,1 Millionen oder 1,5 Millionen Opfer).

Für die deutsche Zivilbevölkerung hatte der Kriegsbeginn zunächst keine direkten Konsequenzen. In den ersten Kriegsjahren gab es keine Hungersnöte, wenngleich im Laufe des Krieges fast alle Waren des täglichen Bedarfs rationiert wurden. Das lag vor allem daran, dass Güter und Rohstoffe aus den besetzten Gebieten nach Deutschland transferiert wurden, meist zu Ungunsten der dortigen Bevölkerung. Die unmittelbaren Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung begannen erst mit den alliierten Luftangriffen auf deutsche Städte und mit der zunehmenden Totalisierung der Kriegsführung. Ab Oktober 1944 wurde der Volkssturm, das heißt „alle waffenfähigen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren“, zum Dienst an der Front einberufen. Der Kulturbetrieb wurde während des gesamten Krieges aufrechterhalten, insbesondere Filme wie „Die Feuerzangenbowle“ dienten der Zerstreuung und Ablenkung vom Kriegsalltag. Für die Zivilbevölkerung im Osten des Landes erreichten die Kriegseinwirkungen ihren Höhepunkt mit dem Einmarsch und der Besetzung der Roten Armee. Im Westen wurden die einrückenden Briten und US-Amerikaner von der deutschen Bevölkerung überwiegend mit Erleichterung über das Kriegsende begrüßt.


Opferzahlen Bearbeiten

Während des Zweiten Weltkrieges fanden Schätzungen zufolge rund 55 Millionen Menschen den Tod (davon rund 39 Millionen in Europa und ungefähr 16 Millionen in Asien), darunter nicht nur viele Soldaten, sondern – charakteristisch für den „modernen Krieg“ – auch viele Zivilisten (so beispielsweise in der Schlacht von Stalingrad). Am stärksten betroffen war die Sowjetunion mit etwa 17 Millionen getöteten Zivilpersonen und 8,6 Millionen Soldaten. In dieser Zahl sind auch die vielen politisch oder rassistisch verfolgten Russen, Serben, Juden, die Sinti und Roma, die Homosexuellen und die sogenannten „Asozialen“ sowie die „Wehrkraftzersetzer“ und die Geistlichen enthalten, die in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern der Deutschen umkamen. Im Vergleich dazu belaufen sich die getöteten Menschen auf deutscher Seite auf etwa 5,7 Millionen Soldaten[31] und etwa 3,6 Millionen Zivilisten („Kollateralschäden“) sowie mehr als eine Million weitere unmittelbare Opfer des NS-Regimes wie (KZ-)Häftlinge (Asoziale, Geistliche, Wehrkraftzersetzer, Homosexuelle usw.), Zwangsarbeiter, rassistisch oder politisch Deportierte (deutschstämmige Juden, Sinti; Kommunisten, Sozialisten, Widerstandskämpfer, …), Behinderte (Euthanasie) und weitere deutschstämmige Zivilisten.[32] Insgesamt sind von den 5,7 Millionen Kriegsgefangenen der Sowjetarmee 3,3 Millionen verhungert oder in Konzentrationslagern ums Leben gekommen. Dies bedeutet, dass 56 % der sowjetischen Kriegsgefangenen in deutscher Gefangenschaft starben. Von den 3,1 Millionen deutschen Soldaten in sowjetischer Kriegsgefangenschaft kamen näherungsweise 1,3 Millionen (42 %) um. Die Zahl der in deutscher Kriegsgefangenschaft zu Tode gekommenen westalliierten Kriegsgefangenen betrug zirka 3 %.

Zu den vielen Verwundeten müssen auch zahlreiche als Deserteure verurteilte Soldaten hinzugezählt werden, die depressiv oder geisteskrank und deshalb unfähig zum Militärdienst waren, aber trotzdem verurteilt wurden, um die „Moral der Truppe aufrecht“ zu erhalten. Dazu kam es nicht nur in Deutschland und bei den Achsenmächten, sondern auch in großer Zahl bei den anderen kriegsbeteiligten Staaten.

Es gab viele tote Zivilisten durch die Bombardierungen der Großstädte (Köln, Düsseldorf und das Ruhrgebiet, Hamburg, Warschau, Dresden, London, Tokio) beziehungsweise bei deren Zerstörung bei der Eroberung (Stalingrad, Breslau, Königsberg), die Leningrader Blockade, die Aushungerung von Charkow, die Versenkung von Flüchtlingsschiffen (Armenija, Gustloff, Goya, Steuben), die Härte des Winters, die Straflager in der Sowjetunion und die gewaltsame Vertreibung von Menschen nach dem Krieg (zum Beispiel der Sudentendeutschen als Folge der Beneš-Dekrete).

Vielen Menschen war es nicht möglich, aus dem nationalsozialistischen Herrschaftsbereich zu fliehen, weil Staaten wie die USA oder die Schweiz teilweise die Grenzen schlossen und auch jüdische Flüchtlinge zurück in die vom Deutschen Reich beherrschten Gebiete schickten.

Die direkten und indirekten Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki belaufen sich in die Hunderttausende.


Nachwirkungen Bearbeiten

Durch den Zweiten Weltkrieg schieden Deutschland, Italien und Japan aus dem Kreis der militärischen Großmächte aus. Die westeuropäischen Staaten (Frankreich, Niederlande, Großbritannien) wurden so weit geschwächt, dass sie nach dem Krieg ihre Kolonialreiche aufgeben mussten. An ihre Stelle traten die USA und die Sowjetunion als neue Weltmächte, durch die atomare Rüstung dann sogar als sogenannte Supermächte.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa berieten die Siegermächte im Juli/August 1945 in Potsdam über die weitere Zukunft Europas und Deutschlands. Die Zielrichtung der gefassten Potsdamer Beschlüsse hatte sich bereits auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 angedeutet.

Deutschland wurde danach in vier Besatzungszonen eingeteilt; seine Ostgebiete (Pommern, Schlesien, Ostpreußen) wurden vorbehaltlich einer endgültigen Friedensregelung der Verwaltung Polens und der Sowjetunion unterstellt.[33] Die Volksrepublik Polen erhielt dadurch einstweilig eine neue Grenze im Westen (Oder-Neiße-Linie) und im Osten. Das durch die Bestimmungen des Münchner Abkommens von 1938 von Deutschland eingegliederte Sudetenland fiel an die Tschechoslowakei zurück, da die faktische Annexion im Zuge der „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ durch das Deutsche Reich nachträglich für nichtig erklärt wurde. Österreich wurde als unabhängiger Staat wiederhergestellt – dies hatten die späteren Siegermächte bereits 1943 in der Moskauer Deklaration angekündigt –, die Zweite Republik gegründet und ebenfalls in vier Besatzungszonen eingeteilt, bis sie 1955 mit dem Österreichischen Staatsvertrag neutral wurde.

Japan musste die besetzten pazifischen Inseln an Australien und Großbritannien zurückgeben; es verlor weiterhin Korea, Formosa (Taiwan), Südsachalin und die Kurileninseln. In einem Teil des britischen Mandatsgebietes Palästina wurde der Staat Israel gegründet.

Aufgrund der durch die drei Hauptsiegermächte de facto beschlossenen Gebietsverkleinerung Deutschlands wurden nach unterschiedlichen Angaben zwischen 12 und 14 Millionen Deutsche (Sudetendeutsche, Schlesier, Pommern, Polen und Ostpreußen) aus ihrer angestammten Heimat vertrieben. So kamen noch nach der deutschen militärischen Kapitulation nach unterschiedlichen Quellen zwischen 2 und 3 Millionen Deutsche zu Tode. Weitere 3,5 Millionen Polen verloren durch die anschließende Westverschiebung der polnischen Grenzen ihre Heimat.Die deutschen und japanischen Kriegsverbrechen wurden in mehreren Prozessen (u. a. Nürnberger Prozesse) verhandelt. Das Stuttgarter Schuldbekenntnis einiger führender evangelischer Christen zu Versäumnissen in der Zeit des Nationalsozialismus im Oktober 1945 blieb eine seltene Ausnahme im beginnenden, von den Alliierten erzwungenen Entnazifizierungs-Geschehen.Die zum größten Teil zerstörten Städte und der Mangel an Lebensmitteln – insbesondere fehlende Rohstoff- und Düngemittel – sorgten bei der Bevölkerung für ein Leben in Armut. Weil viele Männer im Krieg gefallen waren oder in Kriegsgefangenschaft geraten waren, beseitigten „Trümmerfrauen“ den Schutt in den Städten. Lebensmittel waren nur über Lebensmittelmarken oder aus eigenem Anbau zu haben, weshalb Stadtbewohner massenhaft aufs Land fuhren, um Sachgüter gegen Lebensmittel einzutauschen. Darüber hinaus verloren zu damaliger Zeit weltweit führende deutsche Wirtschaftsunternehmen bedeutende Patente und Warenzeichen. Diese Situation änderte sich erst 1948 mit der Währungsreform und durch den bald darauf einsetzenden und vielfach als Wirtschaftswunder bezeichneten rasanten Wirtschaftsaufschwung in den 1950er Jahren.

Später kam es zunehmend zu Spannungen zwischen den einstigen Verbündeten, den westlichen Alliierten auf der einen und der Sowjetunion auf der anderen Seite. Während die Westmächte in ihren Einflusszonen die parlamentarische Demokratie installierten, errichtete die Sowjetunion in den Staaten Osteuropas sogenannte Volksdemokratien unter Führung der Kommunisten. In der Folge verschärften sich die Spannungen und führten zu einer unversöhnlichen Gegnerschaft der einstigen Verbündeten, zur Teilung Deutschlands und Europas und dem Beginn des Kalten Krieges. Mit dem Zusammenbruch der osteuropäischen Diktaturen und der damit einhergehenden Selbstbestimmung der Menschen wurden weitere Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges beseitigt.

Die Beschäftigung der europäischen und der deutschen Öffentlichkeit mit dem Zweiten Weltkrieg hält weiterhin an; sie erfuhr in den letzten Jahren größere Bedeutung. Das gewaltige Ausmaß des Zweiten Weltkrieges hat sich in mehreren Sprachen niedergeschlagen. So ist für die verhältnismäßig lange und prosperierende Friedenszeit, die dem Krieg in den Industrieländern folgte, im Deutschen wie auch in anderen westlichen Sprachen der Begriff der Nachkriegszeit (englisch: postwar period) als sprachlicher Abgrenzungsmechanismus zum Kriegsgeschehen entstanden, der selten auf andere Kriege angewandt wird. Darüber hinaus haben viele kriegsverwandte Begriffe aus ihrer Herkunftssprache Eingang in die Sprachen anderer ehemaliger Kriegsteilnehmer gefunden, beispielsweise „Blitzkrieg“, „moral bombing“ oder „Ketsu-go“.

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