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Seawolf-Klasse

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Die Seawolf-Klasse ist eine Klasse nuklear getriebener Jagd-U-Boote der United States Navy. Geplant wurde die Klasse gegen Ende des Kalten Krieges, ursprünglich sollte sie 29 Boote umfassen, letztlich wurden aber auf Grund der geopolitischen Änderungen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion nur drei gebaut. Die dritte Einheit wurde stark modifiziert, um sie während Spezialeinsätzen verwenden zu können.

Bewaffnung Bearbeiten

Die Seawolf-Klasse besitzt im Bug acht Torpedorohre, wodurch einer der Hauptkritikpunkte an der Los-Angeles Klasse, nämlich die zu geringe Zahl an Rohren (vier) beseitigt wurde. Diese Rohre mit Durchmesser 660 Millimeter können den Mark 48 ADCAP, die UGM-109 Tomahawk sowie den Seezielflugkörper Harpoon abschießen. Es kann eine Kombination aus 50 dieser Waffen mitgeführt werden. Alternativ können bis zu 100 Seeminen an Bord genommen werden. Im Gegensatz zur verbesserten Los-Angeles- und Virginia-Klasse wurde kein Vertical Launching System installiert, was die Möglichkeiten zu groß angelegten Landangriffen minimiert, da Marschflugkörper aus den Torpedorohren abgeschossen werden müssten.

Einsatzprofil Bearbeiten

Die Boote der Seawolf-Klasse wurden während des Kalten Krieges geplant. Daher wurde großes Augenmerk auf die Kampfkraft und die Tarnfähigkeiten gelegt. Als Hauptaufgabe hätten die Boote die Überwachung von sowjetischen Raketen-U-Booten (SSBN) durchführen sollen. Da diese für gewöhnlich eskortiert werden, war eine möglichst geringe Geräuschentwicklung notwendig und eine Erhöhung der Torpedorohranzahl auf acht erforderlich, um mehrere Ziele gleichzeitig bekämpfen zu können. Nur ein Torpedo gegen die sowjetisch/russischen SSBN der Typhoon-Klasse könnte aufgrund deren enormer Größe unter Umständen nicht ausreichend für eine Versenkung sein. Der Turm der Seawolfs wurde speziell verstärkt, um Operationen unter dem arktischen Eis zu ermöglichen, dem bevorzugten Einsatzgebiet sowjetischer SSBN.

Heute werden die beiden ersten Seawolfs vorwiegend im Rahmen von Flugzeugträgerkampfgruppen oder ähnlichen Verbänden eingesetzt, wo sie aufgrund ihrer höheren taktischen Geschwindigkeit besser mit schnell laufenden Gruppen mithalten können als ihre Vorgänger. Das dritte Boot der Klasse wird vor allem für das Absetzen und die Wiederaufnahme von Spezialeinheiten in verdeckten Operationen eingesetzt, die der Geheimhaltung unterliegen.

Geschichte Bearbeiten

Die Planung für die Seawolf-Klasse begann Mitte der 1980er Jahre auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, Ziel war die Wahrung der Seehoheit durch die US Navy. Die Klasse sollte laut Planung die älteren Boote der Sturgeon- und Los-Angeles-Klasse ersetzen, insgesamt waren innerhalb von zehn Jahren 29 Boote vorgesehen.

Diese Zahl wurde jedoch nach dem Ende des Kalten Krieges schnell auf vorerst zwölf verkleinert, 1991 waren dafür 33,6 Mrd. US-Dollar (Dollarwert von 1998) vorgesehen. Das Ende des Kalten Krieges jedoch bedeutete für die US Navy Einschnitte im Haushalt, welche dafür verantwortlich waren, dass die Weiterentwicklung und -produktion der Klasse nach nur drei Booten 1995 eingestellt wurde. Stattdessen wurden die kleineren und laut Planung billigeren Boote der Virginia-Klasse gebaut. Insgesamt kostete das Seawolf-Programm die Navy ca. 7,4 Mrd. US-Dollar, darin sind Kosten für Entwurf, Bau sowie Ausrüstung der Schiffe enthalten, nicht jedoch zusätzliche Kosten für die Umrüstung der dritten Einheit.

Die Produktion erfolgte in Modularbauweise. Alle Einheiten wurden von Electric Boat gefertigt. In deren Werk in Quonset Point, Rhode Island wurden neben Turm sowie Bug- und Heck acht weitere Sektionen gebaut, die bereits zu großen Teilen auch innen fertig ausgerüstet waren. Diese wurden zur Werft von EB nach Groton, Connecticut transportiert und dort zusammengeschweißt.

Bei der Nummerierung der Boote der Seawolf-Klasse (SSN-21 bis -23) wurde erstmals die sonst übliche, fortlaufende Nummerierung unterbrochen. Die eigentlichen Nummern für die Boote hätten SSN-774 bis -776 sein müssen. Die Klassifizierung als SSN-21 sollte symbolisieren, dass die USS Seawolf das erste U-Boot des 21. Jahrhundert ist. Auch die Namensgebung ist alles andere als konsequent. Die erste Einheit wurde, wie vor der Los-Angeles-Klasse üblich, nach einer Fischart benannt, dem Seewolf. Die zweite Einheit erhielt den Namen Connecticut, nach dem US-Bundesstaat, was bisher Schlachtschiffen, Atomkreuzern und Raketen-U-Booten vorbehalten war, während die dritte Einheit nach einer Persönlichkeit, Jimmy Carter, benannt wurde.

Die Seawolf wurde 1989 auf Kiel gelegt, die Connecticut 1992 und die Carter 1998. Erst jeweils mehr als fünf Jahre später liefen die Boote vom Stapel, zwischen 1997 und 2005 wurden sie in Dienst gestellt.

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