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Nimitz-Klasse

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Die Nimitz-Klasse ist eine Klasse nukleargetriebener Flugzeugträger der United States Navy. Das Typschiff USS Nimitz, die erste Einheit der Klasse, wurde 1975 in Dienst gestellt, die zehnte und letzte Anfang 2009. Mit einer Verdrängung von rund 100.000 Standard-Tonnen sind die Träger die größten Kriegsschiffe der Welt. Jeder kann, von einer kleinen Armada von Kampfschiffen umgeben, bis zu 85 Flugzeuge vor jede Küste der Welt tragen und dort einsetzen. Die Träger sind zeitlich nahezu unbegrenzt einsetzbar, lediglich Kerosin- und Lebensmittelvorräte müssen regelmäßig aufgefüllt werden. Der Bau eines Schiffs der Nimitz-Klasse kostet heute über 6 Milliarden US-Dollar und dauert von der Kiellegung bis zur Indienststellung rund fünf Jahre. Jedes der Schiffe ist für eine Dienstdauer von rund 50 Jahren ausgelegt.

Die Nimitz-Klasse stellt 2009 mit zehn Schiffen den Großteil der amerikanischen Flugzeugträgerflotte, deren Stärke bei insgesamt elf Einheiten liegt. Für ausgedehnte Kampfhandlungen wie 1990 im Zweiten Golfkrieg oder dem Irakkrieg seit 2003 sind sie daher kaum verzichtbar. Neben der direkten Unterstützung kriegerischer Handlungen werden die Flugzeugträger auch genutzt, um durch die bloße Präsenz vor der Küste eines Staates eine Drohkulisse aufzubauen oder humanitäre Missionen zu unterstützen.

Geschichte Bearbeiten

Planung Bearbeiten

Erste Planungen für einen Flugzeugträger, der die Träger des Zweiten Weltkriegs in seinen Ausmaßen weit übertreffen sollte, einen so genannten „Supercarrier“, wurden bereits kurz nach Kriegsende angestellt. Nach politischem Druck unter anderem der Air Force wurde die USS United States (CVA-58) 1949 jedoch nur Tage nach der Kiellegung wieder abgebrochen. Nach dem Ausbruch des Koreakriegs änderte die Regierung Truman ihre Einstellung und ließ die Forrestal-Klasse auf Kiel legen, deren erste Einheit 1955 zur Flotte kam. Äußerlich ähnelte diese bereits der Nimitz-Klasse. 1961 wurde dann der erste Träger der Kitty-Hawk-Klasse in Dienst gestellt, noch im selben Jahr außerdem die USS Enterprise (CVN-65), der erste nukleargetriebene Flugzeugträger mit acht Nuklearreaktoren im Rumpf.

Datei:USS John F. Kennedy (CV-67) with USS Theodore Roosevelt (CVN-71).jpg

Verteidigungsminister Robert McNamara, der in den United States Army Air Forces gedient hatte und wenig Sympathien für die Navy hegte, blockierte jedoch vorerst den Bau weiterer teurer atomgetriebener Träger und setzte zwei zusätzliche ölbefeuerte Träger durch.[1] Erst 1967 bekam die Navy die Freigabe, das bereits in der Schublade liegende Design SCB-102 zu verwenden, aus dem die Nimitz-Klasse entwickelt wurde. Hierbei handelte es sich im Wesentlichen um das Konzept der direkt vorhergehenden USS John F. Kennedy (CV-67), das auf den Einbau von nur zwei Reaktoren adaptiert wurde. Zugute kam dem Konzept, dass einerseits die Ölbunker wegfielen, andererseits durch die auf zwei verringerte Zahl der Reaktoren im Rumpf massiv Platz eingespart werden konnte.

Da Ende der 1960er Jahre viele der staatseigenen Marinewerften aus dem Schiffsneubau ausgestiegen waren und sich vermehrt der Überholung der Flotte widmeten, war damals nur die private Newport News Shipbuilding (NNS) in Newport News, Virginia in der Lage, die nuklear angetriebenen „Supercarrier“ zu fertigen. Zu Beginn waren drei Einheiten geplant. Als Richtschnur für die Bauzeit peilte die Navy rund vier Jahre an, ähnlich wie NNS es bei der Enterprise geschafft hatte. Der Bau wurde jedoch von Problemen geplagt, Streiks der Werftarbeiter taten ihr übriges, die Fertigstellung der Nimitz um zwei Jahre zu verzögern. Da die Kapazitäten von NNS den Bau von zwei Trägern gleichzeitig nicht zuließen, verzögerte sich auch das Gesamtprogramm. Deshalb - und auf Grund der galoppierenden Inflation der beginnenden 1970er Jahre - stiegen neben der Bauzeit auch die Kosten. Während 1973 Kosten von unter 700 Millionen US-Dollar für jede der ersten beiden Einheiten veranschlagt worden waren, schätzte die Navy sie bis 1977 auf bis zu 2 Milliarden Dollar pro Träger.[2]

Diese Kostensteigerung veranlasste die Regierung Carter, die Beschaffung weiterer Träger der Klasse abzulehnen und stattdessen einen gerade halb so großen Entwurf für einen konventionell getriebenen Träger unter dem Planungsnamen CVV zu bevorzugen, der bei der Navy jedoch äußerst unpopulär war.[3] Gegen den Willen von Carter bewilligte der Kongress der Vereinigten Staaten allerdings 1980 eine vierte Einheit der Nimitz-Klasse. Die gesamte Navy und damit auch das Nimitz-Beschaffungsprogramm profitierte in der Folge stark von der Wahl Ronald Reagans, dessen Marineminister John F. Lehman das Programm „Marine der 600 Schiffe“ auflegte. Ende 1982 bekam die Navy daraus ein Nimitz-Zweierpaket, 1988 ein weiteres, womit die Klasse auf acht Einheiten angewachsen war. 1994 und 2001 wurden die letzten beiden Einheiten der Klasse genehmigt, deren Preis inzwischen bei rund 4,5 Milliarden Dollar für die Reagan und 6,3 Milliarden für die Bush lag.[4]

Als Reaktion auf die Fertigstellung der Enterprise und den Baubeginn der Nimitz wurde die sowjetische Marine aufgeschreckt. Diese besaß mit der Moskwa-Klasse lediglich zwei Flugdeckkreuzer. Verteidigungsminister Andrei Gretschko startete daraufhin 1973 das Projekt 1153 Orel, das einen den amerikanischen Einheiten ähnlichen, rund 20 % kleineren Flugzeugträger mit Nuklearantrieb zum Ziel hatte. Nach dem Tod Gretschkos 1976 beendete sein Nachfolger Dmitri Ustinow das Projekt jedoch bald, stattdessen wurden der Flotte ab 1975 lediglich die vier weit kleineren Träger der Kiew-Klasse hinzugefügt. Kurz vor Ende des Kalten Krieges startete die Sowjetunion den zweiten Versuch, Atomträger zu bauen. 1988 wurde die der Orel recht ähnliche Uljanowsk auf Kiel gelegt, ein zweiter Träger sollte folgen. Nach dem Untergang der Sowjetunion wurde der Bau jedoch 1992 abgebrochen. [5] Der größte sowjetische/russische Träger ist somit seit 1991 die konventionell angetriebene Admiral Kusnezow.


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