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Am 8. November 1915 gründeten der Bremer Großkaufmann Alfred Lohmann, die Reederei Norddeutscher Lloyd und die Deutsche Bank die neue Deutsche Ozean-Reederei (DOR). Bei der Gründung gaben sie ein frachttragendes U-Boot, die Deutschland, in Auftrag. Zweck war der Durchbruch durch die britische Blockade der Nordsee.

U-Deutschland, konstruiert und gebaut unter Oberingenieur Rudolf Erbach, wurde am 28. März 1916 vom Stapel gelassen und in das Handelsschiffregister eingetragen. Sie kostete mit Einrichtung etwa 4 Millionen Reichsmark. Den Druckkörper baute die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft, der Fertigbau erfolgte dagegen auf der Germaniawerft in Kiel.

Im Schiffsmeßbrief waren 791 BRT, bzw. 414 NRT eingetragen. Es wurden noch sechs weitere Handels-U-Boote in Auftrag gegeben, die jedoch bis auf die Bremen noch vor ihrem ersten Einsatz als Handels-U-Boote auf Grund der verstärkten Seeblockade der Royal Navy sowie des Kriegseintritts der USA 1917 zu Artillerie-U-Booten, so genannten Unterseekreuzern, umgebaut wurden.

Die Deutschland wurde am 19. Februar 1917 in Dienst gestellt.

Technische Daten Das Boot wurde von zwei Sechszylinder-Viertakt-Dieselmotoren mit je 400 PS angetrieben und erreichte eine Geschwindigkeit von 10 kn über Wasser und 6,7 kn bei Tauchfahrt. Die Reichweite bei 10 Knoten über Wasser betrug rund 12.000 Seemeilen. Sie hatte eine Besatzung von 29 Mann.

Reisen als Handelsschiff Erste Reise Das Boot fuhr am 23. Juni 1916 unter Kapitän Paul König aus und trug eine für die Vereinigten Staaten wichtige Ladung von 163 t Farbstoffen (z. B. Alizarin) und pharmazeutische Rohstoffe (Salvarsan) im Wert von 60 Mio. Reichsmark sowie Bank- und Diplomatenpost. Die Deutschland war das erste U-Boot, das den Atlantik durchquerte.

Sie erreichte Baltimore am 8. Juli 1916 und übernahm dort ihre Rückladung, bestehend aus 348 t Kautschuk (Auftraggeber: Nordmann, Rassmann & Co., Hamburg), 341 t Nickel und 93 t Zinn. Am 25. August 1916 erreichte sie Bremerhaven. Insgesamt hatte sie 8.450 sm, davon 190 sm in Tauchfahrt, zurückgelegt.

Der Gewinn der Ladung betrug 17,5 Mio. RM (mehr als das Vierfache der Baukosten).

Die amerikanische Chemieindustrie konnte diese Stoffe zum damaligen Zeitpunkt nicht herstellen und war daher auf die Belieferung aus Deutschland angewiesen. Die Rückfracht deckte den Bedarf der deutschen Kriegsindustrie zwar für mehrere Monate, hatte aber insgesamt keinen größeren Einfluss auf die unter der Blockade leidende deutsche Wirtschaft.

Zweite Reise Am 14. Oktober 1916 lief die Deutschland erneut mit einer Ladung aus Farbstoffen, Chemikalien, Medikamenten, Wertpapieren, Edelsteinen und Post aus.

New London in Connecticut wurde am 1. November 1916 erreicht. Die Rückladung bestand aus 378 t Kautschuk, 188 t Nickel, 146 t Eisenlegierung, 76 t Zinn und Silberbarren im Wert von 140.000 Dollar.

Das Boot kam am 10. Dezember 1916 wieder in Wesermünde an.

Diese Reise wurde durch die Reparatur eines Schadens verzögert, den der amerikanische Schlepper T.A. Scott an der Deutschland im Hafen von New London verursacht hatte, nachdem er infolge eines unglücklichen Manövers von dieser gerammt wurde.

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